Deutscher Sportlehrerverband e.V.

Sportlehrerverband Sachsen-Anhalt

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             Sportlehrertag 
           am 9. Oktober 2026
                   Barleben
     

 

               

                


Die Olympischen Winterspiele Cortina d’Ampezzo 2026 als Inspiration und Mahnung

(Ein Beitrag unseres Verbandsmitgliedes Steffen Hartwig)

Die 25. Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo sind längst Geschichte, (der „Bewerbungsmarathon“ um Olympische Spiele in Deutschland weit fortgeschrítten.)

Sie haben einmal mehr gezeigt, welche Begeisterung der Spitzensport auslösen kann und welche Strahlkraft internationale Wettkämpfe entfalten. Gleichzeitig arbeitet Staatssekretärin Anke Rehlinger (SPD), zuständig für Sport, Breitensport und Olympische Sportförderung in der Bundesregierung, an der Neuausrichtung des deutschen Spitzensports. Die Reformen sollen ab 2028 voll greifen. Doch egal, wie gut das System auch ausgestaltet wird: Ohne eine bewegungsstarke Basis im Breitensport bleibt es hohl.

Ich bin überzeugt: Die wahre Sportreform beginnt im Kindergarten und setzt sich in der Schule fort. Dort müssen Kinder täglich spüren: Bewegung ist kein Extra, sondern Lebensgrundlage.

Meine Forderung: Täglicher Schulsport als Pflicht

Kinderärzte und Sportpädagogen fordern seit Jahren mindestens eine Stunde Sport pro Tag. Als Minimum sollten drei Stunden verpflichtender Sportunterricht pro Woche Realität werden. Aus meiner Sicht als Sportlehrer und Trainer weiß ich: Ein körperlich aktiver Jugendlicher ist konzentrierter, kreativer und leistungsfähiger – egal ob im Klassenzimmer, auf dem Platz oder digital.

Die Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo zeigten: Spitzensport lebt von Talenten, die früh gefördert werden. Doch diese Talente brauchen erstens eine motorische Basis und zweitens Begeisterung für Bewegung – beides wird im Kindergarten und in der Schule gelegt.

Handschrift statt nur Tablet: Gehirnentwicklung braucht Analoges

Trotz Digitalisierung bleibt Handschrift unverzichtbar. Neurowissenschaftliche Studien belegen: Beim Schreiben mit der Hand werden Synapsen stärker vernetzt, das Arbeitsgedächtnis gefördert und Inhalte nachhaltiger verarbeitet als beim Tippen. Kinder, die viel handschriftlich schreiben, denken strukturierter und lernen effektiver.

Staatssekretärin Anke Rehlinger (SPD) kann Fördergelder verteilen – die Grundlage aber schaffen wir in der Schule: Bewegung + Handschrift = kognitive Fitness.

E-Sport und Social Media: Chancen mit klaren Grenzen

E-Sport trainiert Reaktion, Taktik, Teamfähigkeit – beeindruckend. Problematisch wird es, wenn stundenlanges Sitzen reale Bewegung verdrängt. 73% der 12-19-Jährigen spielen regelmäßig, viele verbringen werktags 105+ Minuten mit Gaming.

Social Media verstärkt den Effekt: Ständige Erreichbarkeit, Vergleichsdruck, Ablenkung. Deshalb begrüße ich internationale Vorbilder:

🇦🇺 Australien: Social-Media-Verbot unter 16

🇫🇷 Frankreich: Digitale Altersgrenze 15 mit Eltern-Zustimmung

🇬🇧 Großbritannien: Handyverbot Schulen + Plattform-Debatten

🇩🇰🇸🇪 Skandinavien: Strenge Jugendschutz-Regeln

Meine 4-Punkte-Lösung für die Sportzukunft 2030+

1. Kindergarten: Tägliche Bewegungsangebote → motorische Basis schaffen

2. Schule: 3h/Woche Sportunterricht (Ziel: täglich 1h) → Gesundheit sichern

3. Digital: E-Sport + Social Media = zeitlich begrenzt + mit Bewegung koppeln

4. Analog: Handschrift + Bewegung = kognitive Grundlage stärken

Fazit: Breitensport ist die Olympische Basis

Staatssekretärin Anke Rehlinger (SPD) reformiert den Spitzensport – richtig so. Die echte Revolution aber beginnt bei den Kleinsten: im Kindergarten, auf dem Schulhof, beim handschriftlichen Notizbuch.

Die Olympischen Winterspiele Cortina d’Ampezzo 2026 sind nicht nur Sportfest, sondern Weckruf: Investieren wir jetzt in tägliche Bewegung, gesunden Schulsport und klare Digitalregeln, feiern wir 2030 eigene Sieger.

Mein Leitsatz: Beweg dein Denken – und deinen Körper dazu.

Nur so wird aus Zuschauen Mitmachen.

Steffen Hartwig

Sportpädagoge, Dozent und Trainer​​​​

Quellen: WHO-Empfehlungen, JIM-Studien, Neurowissenschaftliche Arbeiten, 

Internationale Social-Media-Regulierungen, Olympische Winterspiele 2026